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Eisklettern in der Praxis – Kälte, Sicherheit und Voraussetzungen

Aktualisiert: 30. März 2026

Bei Eisklettern kann man sich keine Fehler erlauben. Während die Temperaturen sinken, steigt der Puls im Takt mit dem Weg nach oben – und wenig später stehst du selbst beinahe bewegungslos in der Kälte und sicherst. Du bist dort, wo die Bekleidung nicht nur in der Theorie funktionieren muss. Hier kommt es zur Probe auf Exempel.

In Kooperation mit dem Schwedischen Kletterverbund testet Eva Rimnäs, eine der erfahrensten Kletterinstrukteure des Landes, unsere Ultra-Serie in der Praxis. Erst wenn die Ausrüstung echter Kälte, Nässe, Bewegung und Abnutzung ausgesetzt ist, zeigt sich, ob sie hält, was sie verspricht.

Beim Eisklettern steht man im wahrsten Sinne des Wortes vor speziellen Herausforderungen – und die größte davon ist das Eis. Es kann sich von Tag zu Tag verändern. Du musst über die Temperaturentwicklung Bescheid wissen, den Winkel der Sonneneinstrahlung, den Verlauf des Wetters und solltest am besten das Eis direkt vor Ort testen. „Du willst es selbst sehen und spüren können“, meint Eva.

Im Vergleich zum Felsenklettern haben wir es hier mit einer veränderlichen Materie zu tun. Das hat nicht nur Einfluss auf die Sicherheit generell, sondern auch auf den Körper. Das abwechselnde Klettern und Stillstehen beim Sichern hat zur Folge, dass der Puls schnell nach oben geht, aber die nächste Abkühlung nicht weit entfernt ist. Genau in diesem Wechselverhältnis kommt die Bekleidung in den wahren Härtetest. Beim Klettern steigt die Körpertemperatur und die Haut gibt Wärme und Feuchtigkeit ab. Wenn der Stoff nicht atmungsaktiv und feuchtigkeitsabsorbierend genug ist, kann es ziemlich schnell empfindlich kalt werden.

Eisklettern erfordert zudem ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit im Bereich der Schultern und Hüften. Die Axt wird oberhalb des Kopfes platziert, die Beine arbeiten aktiv in den Steigeisen und Ausrüstung wie Klettergut und Seile liegen konstant am Material auf. Der Begriff Verschleiß bekommt hier gleich eine ganz neue Bedeutung.

Eisklettern erfordert robuste Kleidung mit Bewegungsfreiheit

An einem richtig kalten Wintertag stellt Eva die Ultra-Serie auf die Probe.

Ich wählte zum Klettern die Ultra Trekk Touring Pants sowie das Ultra Trekk Touring Jacket. Besonders überzeugt hat mich die enorme Bewegungsfreiheit. Die Ausrüstung war so flexibel, dass sie jede meiner Kletterbewegungen mühelos folgen konnte.

Die Ultra Hybrid Vest wurde schnell zu einem persönlichen Favoriten auserkoren.

"Die Weste habe ich den ganzen Tag nicht mehr ausgezogen. Ich kann nur sagen: Topp-Ausrüstung. Ich liebe diese Art von Westen."

Die Weste spendet extra Wärme im Oberkörperbereich, ohne dabei die Bewegungsfreiheit der Arme einzuschränken – eine wichtige Eigenschaft bei schnellem Wechsel zwischen intensiver Anstrengung und Stillstehen.

Zum Eiskletter-Outfit hat Eva die richtigen Tipps:

"Ist das Eis nass, kann Shellkleidung hilfreich sein. Ansonsten ist dieses Material zu wenig atmungsaktiv, da es sich beim Eisklettern um eine physische Aktivität handelt, bei der man schon mal ins Schwitzen kommen kann. Ich bevorzuge Softshell, da es besser atmet und mehr Bewegungsfreiheit bietet."

 Eva betont, dass ein trockenes Tragegefühl zum A und O bei diesem Sport gehört. Bei kalten, trockenen Wetterverhältnissen sind daher Materialien die Bewegungsfreiheit und eine gewisse Wetterfestigkeit kombinieren am besten geeignet.

Ich bin von der Kleidung überzeugt und kann sie nur wärmstens weiterempfehlen.

Richtige Ausrüstung schafft Sicherheit

Eisklettern gehört zwar zu den Nischensportarten, dafür sind die Anforderungen aber umso höher. Der schwedische Kletterverbund zählt rund 85 Vereine und über 14 500 Mitglieder. Besonders engagiert zeigt sich der Verbund beim Thema Ausbildungen, Normen und Sicherheitsfragen im schwedischen Klettersport.

Für Eva ist die richtige Ausrüstung ein Teil des Sicherheitssystems.

"Man hat spezielle Werkzeuge bei sich. Trotzdem sollte man die Herausforderung nicht unterschätzen, ein Helm gehört daher zur Standardausrüstung. Auch auf die Kleidung muss Verlass sein. Falsche und unpassende Ausrüstung würde zu sehr vom Wesentlichen ablenken."

Auf der Eiswand mit Eva Rimnäs
Eva startete ihre Karriere als Kletterinstrukteurin im Jahr 2003 und ist heute für den Schwedischen Kletterverbund tätig. Vom Skifahren gelang sie zum Klettern – bis sie schließlich beim Eisklettern gelandet ist. Die ersten Versuche unternahm sie in den Alpen. Zuhause in Schweden ließ sie die Faszination nicht mehr los.

Heute gehört sie zu den wenigen aktiven Eiskletterlehrerinnen in Schweden. Damit das Eisklettern gelingt, ist vorherige Klettererfahrung notwendig. Hinzu kommt, dass diese Disziplin auch noch erhöhte Anforderungen an Körperkontrolle, Kraft und Gleichgewichtssinn stellt. Doch nicht nur der Körper ist mehr belastet, auch mentale Stärke ist gefragt – und Kälte sollte man aushalten können.

Was gehört zu den größten Vorurteilen beim Thema Eisklettern?
-       Ständiges Frieren. Doch dem lässt sich mit der richtigen Kleidung aus dem Weg gehen.

Was motiviert dich am meisten?
- Das Eisklettern führt mich an Orte, an die ich sonst niemals gelangen würde, aber auch der Zusammenhalt innerhalb der Klettergruppe ist einfach ein tolles Gefühl.

Drei Stichworte von Eva zum Thema Eisklettern: Spannend. Herausfordernd. Atemberaubend.



Evas Tipps – so kleidest du dich für die Eiswand

• Cleveres Layering
• Bewegungsfreiheit für Schultern und Hüften
• Hoch atmungsaktive Materialien
• Vermeide klammes Gefühl auf der Haut – Feuchtigkeit kühlt den Körper ab
• Setze auf robuste Stoffe
• Kräftige Farben erhöhen die Sichtbarkeit
• Optimale Bewegungsfreiheit für uneingeschränktes Klettern

Was ist Eisklettern und was brauch ich dazu?

Was ist Eisklettern?

Beim Eisklettern geht es darum mit Hilfe von Eispickel und Steigeisen gefrorene Wasserfälle oder Eisformationen hinaufzuklettern. Eis zählt zu den veränderlichen Elementen, daher fordert diese Disziplin mehr fundierte Kenntnisse als Felsklettern.

Grundausrüstung:
• Eispickel
• Steigeisen
• Klettergurt und Seil
• Helm
• Sicherheitsausrüstung wie z.B. Eisschrauben
• Funktionsbekleidung mit Bewegungsfreiheit für kalte Wetterverhältnisse

Zu beachten:

Die Qualität des Eises verändert sich je nach Temperatur und Wetter.
• Kontrolliere den Temperaturverlauf.
• Trage immer einen Helm.
• Besuche einen Kurs bei einem zertifizierten Lehrer.