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Skifahren in La Grave – wo Berge auf Abenteuer treffen

9. März 2026

La Grave ist nicht jedermanns Sache. Gehört man jedoch zu den Fans von Pulverschnee, Gletschern und Off-Grid, findet man sich dort in einem unvergleichlichen Paradies wieder. Hier verunstalten keine Hotelkomplexe oder Neonreklamschilder für Après-Ski den Charme. Auf dich wartet eine atemberaubende Bergwelt, erfahrene Bergführer und eine Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten. Wir verbrachten in der Region eine traumhafte Februarwoche mit dem Dorf als Basis und Tagesausflügen in die nähere Umgebung. Auch wenn der einzige Lift von La Grave außer Betrieb war, wie sich später herausstellte aufgrund eines „bedauerlichen Risses“ in einem der Stützpfeiler (die Franzosen taten dies mit einem Achselzucken ab) – wurde unser Aufenthalt zum unvergesslichen Schneeabenteuer.

In La Grave geht es nicht um Lifte, es geht um Berge und die damit verbundene Freiheit. Auch etwas Flexibilität ist gefragt – sei es wegen den Wetterverhältnissen, dem Wind oder der manchmal etwas unvorhersehbaren französischen Infrastruktur.

Wir konnten uns glücklich schätzen mit unserer Freundin Malva unterwegs zu sein, die derzeit eine Ausbildung zur Bergführerin absolviert. Sie zeigt uns die Alternativen zum Lift: Skitourenrouten rund um das Dorf, die uns sowohl zu Waldabfahrten als auch zu hochalpinem Gelände mit weitreichender Aussicht führten.

An einem Tag ging es in das nur 45 Minuten entfernte Serre Chevalier – einem großen Skigebiet mit über 250 km Pistenspaß. Trotz der zahlreichen Skilifte machte die Region einen freien Eindruck auf uns – der Wald wirkte unberührt, der Schnee kalt und leicht und das Gelände hielt uns vom ersten bis zum letzten Sessellift in Atem. Serre Chevalier hat sich als große Überraschung der Woche entpuppt. Diesem klassischen Skigebiet wollten wir schon längere Zeit einen Besuch abstatten und wir wurden nicht enttäuscht, sondern mit ausgiebigem Skivergnügen und Charme belohnt. Der malerische Lärchenbestand an den steilen Hängen vermittelt den Eindruck auf einem anderen Planten gelandet zu sein.

Natürlich wollten wir uns auch ein Freeride-Abenteuer nicht entgehen lassen - Les Deux Alpes wurde zum auserkorenen Ziel. Zwischen den beiden Skigebieten liegt ein Gletscher, den man mit ausreichend Lawinensicherheit auch überqueren kann. Dazu braucht es etwas Planung, möglich ist es aber – vor allem wenn der Skilift von La Grave außer Betrieb ist.

Bei Hunger und müden Beinen

Auch wenn man gerade nicht auf den Brettern steht, hat La Grave so einiges zu bieten. Diesen Ort umgibt ein ganz besonderer Flair, der tief berührt – vor allem durch die Ruhe, die Nähe zu den Bergen, die Atmosphäre und jene Stille, die man nur dort findet, wo die Natur noch Natur sein darf. Unsere Unterkunft befand sich im Kern des kleinen Ortes, den man in nur weniger als 20 Minuten zu Fuß durchqueren kann. Dort findet man weit entfernt von den kommerziellen, überfüllten Ferienorten, die wir Anfang der Woche besucht hatten, eine Bäckerei, einen Lebensmittelladen und eine Handvoll Restaurants und Bars.

Am Abend verwöhnte uns das Restaurant Gîte au Vieux Guide mit authentischer Atmosphäre und Gaumenfreuden: Raclette, Wein und rustikale Holztische, unter denen wir unsere müden Beine ausruhten. Sowohl das Service als auch die Speisen waren gekennzeichnet vom entspannten, unverfälschten Alpencharme, der sich nur an Orten wie diesem findet lässt. An einem anderen Abend saßen wir auf der Terrasse der Cantine de la Grave mit Blick auf La Meije, um einfach die Stimmung auf uns wirken zu lassen. Jeder Urlaubstag war angenehm ausgefüllt, ohne dabei Stress aufkommen zu lassen.

Die Unterkünfte in La Grave sind simpel, rustikal und schaffen Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Skiers Lodge, ein Highlight der schwedischen Freeride-Szene, gilt als beliebter Tummelplatz für alle Schnee-Freaks. Viele der Besucher kehren Jahr für Jahr zurück und mit größter Wahrscheinlichkeit aus demselben Grund, der wahrscheinlich in Zukunft auch für uns zutrifft: das Gefühl, mittendrin in einem großen Abenteuer zu sein. Im Erdgeschoss befindet sich die K2 Bar, der klassische Treffpunkt nach einem Tag auf steilen Hängen. Nirgendwo sonst bekommt man so viele Storys über die großartigsten Sprünge des Tages zu Ohren.

La Grave ist nichts für Anfänger, Schönwetter-Fahrer oder die Kaffeekränzchen-Gruppe. Es verlang dir viel ab – gibt aber genauso viel zurück. Die Möglichkeit, den Ort mit Les Deux Alpes, Serre Chevalier und sogar dem kleinen lokalen Gebiet Les Chazelet zu kombinieren, sorgt für Abwechslung, auch wenn La Grave zu den Toppdestinationen für Freerider zählt

Einen unserer schönsten Skiurlaubstage verbrachten wir in Les Chazelet. An einem Nachmittag fuhren wir die wenigen Kilometer bergaufwärts in den winzigen Ort. Uns erwartete ein Erlebnis der Extraklasse: drei Lifte, einige Pisten und ein unbeschreiblicher Ausblick auf La Meije. Wir waren auf Skiern in einer absoluten Postkartenidylle unterwegs, die wir noch dazu fast für uns allein hatten.

Anreise

Am einfachsten erreicht man La Grave über Grenoble (ca. 2 Stunden Fahrt) oder Genf (etwas weiter entfernt, aber mit Flughafen und generell besseren Verbindungen). Vor Ort ist man mit dem Auto am flexibelsten unterwegs. So kommt man einfach von einem Skigebiet zum anderen. Transfers und Skibusse sind verfügbar, müssen jedoch im Voraus gebucht werden.

In La Grave läuft nicht immer alles nach Plan ab, aber die Alternative zu eventuell ausgedachten Vorhaben ist oft noch um einiges besser. Unsere Woche lief nicht so, wie wir es geplant hatten. Dafür wurde sie umso erlebnisreicher. Durch spontanes Umdenken und den Erfahrungswert lokaler Bergführer (und Malva) hat uns die Woche weit mehr geboten, als erhofft.

Genau das macht La Grave im Grunde aus. Es geht nicht nur rein um das Skifahren, sondern um das hautnahe Erleben einer wilden Bergwelt.

Die besten Tipps von Adventus

Charmante Unterkünfte

  • Skiers Lodge – Pelle Långs Hotell - ein Freerider-Favorit

  • l'Hôtel des Alpes – Schlichter Charme, zentral

  • RestAuberge La Reine Meije – Gemütlich und herzlich, mit belgischem Touch

Für den kleinen und großen Hunger

  • Gîte au Vieux Guide – Raclette-Himmel. Wahrscheinlich der gemütlichste Ort der Stadt.

  • La Cantine de la Grave – Atemberaubende Aussicht von der Terrasse.

  • Café les Glaciers – Galettes, Kaffee und eine tolle Atmosphäre.

Nicht verpassen

  • Glacier Cable Car of Meije – unvergessliche Seilbahnfahrt

  • Office des Guides Haute Romanche – das Mekka für Free-Rider. Hol dir am besten hier einen Guide.

  • ALP’BAR – ein Glas Wein bei der besten Aussicht

  • La boule à Meije – Bäckerei. Erdbeer-Pistazien-Kombination = pure Freude