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Keine Spuren hinterlassen - Die 7 Prinzipien von Leave No Trace

Jeder verdient es, die Natur auf die gleiche Weise zu genießen. Leave No Trace - keine Spuren hinterlassen auf Deutsch - ist ein ethisches und pädagogisches Programm zur Förderung von Outdoor-Aktivitäten auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise. Das Programm zielt darauf ab, den Schutz von Wildtieren und der natürlichen Umwelt zu fördern, indem die Auswirkungen des Menschen reduziert werden.

Prinzip 1: Planen und Vorbereiten

Warum ist die Planung deiner Reise so wichtig für die Grundsätze von Leave No Trace? Die Planung und Vorbereitung kann die Umwelt und deine Ressourcen vor unnötigen Schäden bewahren. Außerdem kannst du so deine Reise sicher, zuversichtlich und stressfrei zu Ende bringen, da sie den Schutz von dir, deiner Gruppe und allen anderen, denen du auf dem Weg begegnest, gewährleistet. 

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Hier findest du einige Punkte, die du bei der Planung und Vorbereitung deiner Reise beachten solltest:

• Plane wer mitkommt und wie deren Fähigkeiten, Fitness und Können sind.  Stell dir die Frage, ob die Größe deiner Gruppe den Vorschriften des Geländes entspricht. Alle geplanten Aktivitäten auf dem Wanderweg sollten den Fähigkeiten und Zielen deiner Gruppe entsprechen. 

• Was sind die Ziele der Reise für dich und deine Begleiter? Ist es nur zum Spaß? Willst du eine bestimmte Strecke oder ein bestimmtes Ziel erreichen? 

• Plan den Verzehr von Lebensmitteln so genau wie möglich, um Essensreste - die Spuren hinterlassen - zu vermeiden. Erwäge die Zubereitung von Ein-Topf-Mahlzeiten und die Mitnahme von kleinen Snacks. Ein Ein-Topf-Gericht benötigt nur wenige Utensilien, weniger Kochzeit und macht ein Lagerfeuer überflüssig. 

• Nimm alle Lebensmittel aus der Verpackung und füll diese in wiederverwendbare Ziploc-Beutel, denn so musst du keine unerwünschten Abfälle verstecken oder vergraben. Nach den Grundsätzen von Leave No Trace muss was du auspackst, auch wieder eingepackt werden!

• Wähle die richtige Ausrüstung und Kleidung für die Reise. Denke dabei an Bequemlichkeit, Sicherheit und das Wetter.

• Informiere dich im Voraus über das Gebiet. Du könntest Bücher lesen, im Internet recherchieren, Karten ansehen oder sogar den Landverwalter nach Einzelheiten fragen. Einige wichtige Punkte, die du beachten solltest, sind unterschiedliche Geländeformen, Vorschriften und Beschränkungen sowie Landgrenzen. 

• Bewerte nach deiner Rückkehr die Tour und mach Notizen zu Verbesserungsmöglichkeiten für das nächste Mal!

Prinzip 2: Reisen und Campen auf dauerhaftem Erdboden

Das Ziel von Leave No Trace ist in Naturgebieten zu sein, ohne das Land oder das Wasser zu beschädigen. Reiseschäden entstehen, wenn Vegetation oder Organismen so stark zertrampelt werden, dass sie sich nicht mehr erholen. Das kann zu Bodenerosion und der Entstehung unerwünschter Pfade führen. Daher ist es am besten, etablierten Pfaden zu folgen und nach Möglichkeit die existenten Wege zu benutzen. Wanderer, die es nicht vermeiden können, vom Weg abzuweichen, sollten auf harten Oberflächen wie Felsen gehen und sich ausbreiten, um die Möglichkeit zu verringern, dass andere in deine Fußstapfen treten. 

Jeder Untergrund reagiert anders auf Reisende und ist unterschiedlich haltbar. Felsen, Kies und Sand sind widerstandsfähig und können wiederholtem Begehen überstehen. Eis und Schnee sind vorübergehend, so dass sie insgesamt eine gute Wahl für Reisen sind. Denk daran, die richtigen Schuhe zu tragen, die Sicherheitstipps beachten und prüfe ob die Schneedecke tief genug ist, um Schäden an dem darunter liegenden Erdboden zu vermeiden. Andere Erdboden, wie z. B. die Gräser, sollten vermieden werden, da ihre Haltbarkeit variiert. 

Einen guten Campingplatz finden

Hier sind einige wichtige Schritte, die du bei der Wahl des richtigen Platzes für dein Lager beachten solltest:

• Zelte mindestens 60 m von den Ufern entfernt, damit Wildtiere Zugang zu einer natürlichen Wasserquelle haben.

• Versuch auf Plätzen zu campen, die wenig benutzt sind, so dass deine Nutzung keine dauerhaften Auswirkungen hat. 

• Wiederholende Routen sollten vermeiden werden, um zu verhindern, dass ein Weg ständig zertrampelt wird. Nimm Wasserbehälter mit, um die Wege zu Wasserquellen zu minimieren. In der Umgebung des Camps werden außerdem weiche Schuhe empfehlen. 

• Beim Verlassen des Lagers, vergiss nicht den Platz zu renaturieren. Decke zerkratzte Stellen ab, bürste Fußabdrücke aus und harke Grasflächen, damit sich der Erdboden erholen kann. 

• Organische Abfälle wie Blätter, Flechten, Kies und Steine sollten unberührt bleiben. Wenn sie einmal zerstört sind, ist es schwer diese zu ersetzen und kann lebenslange Schäden verursachen.

Prinzip 3: Richtige Abfallentsorgung

Im Interesse der Umwelt, der Wildtiere und der anderen Wanderer solltest du unbedingt auf die Abfälle achten, die du zurücklässt. Im Folgenden werden die verschiedenen Arten von Abfällen und ihre korrekte Entsorgung gemäß den Grundsätzen von Leave No Trace beschrieben:

Menschliche Abfälle

An vielen Orten ist das Vergraben von Abfällen der beste Weg, um eine Verschmutzung des Wassers zu vermeiden. Durch das Vergraben wird auch die Verbreitung von Krankheiten minimiert und die Zersetzungsgeschwindigkeit erhöht. An manchen Orten, z. B. in engen Tälern, müssen feste menschliche Abfälle vergraben werden. Die Landverwaltung deines gewählten Gebiets kann dich hierzu beraten.

Das Vergraben deiner Abfälle ist die am weitesten verbreitete und akzeptierte Form der Entsorgung. Es ist gut, einen Bereich mit möglichst viel Sonnenlicht zu wählen, der aber auch erhöht liegt. Dieser muss mindestens 60m von Wasser, Wanderwegen oder Lagern entfernt und etwa 20cm tief und 15cm breit sein. Sobald der Abfall vergraben ist, füll das Loch mit Erde auf und decke es mit natürlichen Materialien z.B. Blättern ab. 

Verpack immer alle weiblichen Hygieneprodukte. Verbrennen oder vergraben darfst du diese nicht.

Manchmal sind Latrinen für deine Situation besser geeignet, z. B. wenn du längere Zeit an einem Ort bleibst. Bei der Wahl des besten Standorts für deine Latrine, befolge die oben genannten Kriterien des Vergrabens.

Toilettenpapier sollte sparsam verwendet und niemals verbrannt werden.  Parfümierte Marken sollten nie benutzt werden. Am besten vergräbt man das Toilettenpapier oder packt es ein und nimmt es mit. Manche Wanderer verwenden auch natürliches Toilettenpapier, z. B. aus Pflanzen oder Schnee, aber das ist nicht jedermanns Sache!

Wenn die Natur ruft, ist es besser an Felsen, Tannennadeln und Kies zu urinieren, da dies weniger Wildtiere anlockt. Diese Tiere können die Pflanzen stören und den Boden umgraben. Die Verwendung einer Wasserflasche zur Verdünnung des Urins kann ebenfalls helfen, den Geruch zu überdecken.

Abwässer

Alle Abwässer, insbesondere solche, die Seifen und Lotionen enthalten, können die Qualität der umliegenden Gewässer beeinträchtigen, daher es wird empfohlen, sie wenig zu verwenden. Wenn du dich selbst oder deine Ausrüstung wäschst, halte einen Mindestabstand von 60m zum Ufer und verwende einen Krug oder Topf mit Wasser zum abspülen. Du wirst heißes Wasser und viel Fleiß brauchen! Benutze Seife nur wenn es nötig ist. Der Boden zwischen dir und dem Ufer filtert das verbrauchte Wasser, man kann auch das schmutzige Wasser zuerst von deinem Lager wegfiltern. Denk immer daran, Händedesinfektionsmittel mitzubringen, denn damit kannst du deine Hände desinfizieren, ohne Abwasser zu verursachen.

Andere Abfälle

Was man auspackt, muss man auch wieder mitnehmen. Für Wildtiere ist es wichtig, dass wir Dinge wie Küchenabfälle und Essensreste wegpacken. Vergessene und zurückgelassene Abfälle machen die Umgebung nicht nur unangenehm, sondern können auch tödlich sein. Nimm Tüten mit, in denen du deinen Müll verpacken kannst, und wenn jemand anderes seine Abfälle hinterlassen hat, tu das Richtige, um keine Spuren zu hinterlassen, und nimm das auch mit!

Prinzip 4: Hinterlasse, was du findest

Wenn du ein Gebiet verlässt, hinterlasse gefundene Gegenstände, um die Spuren des menschlichen Einflusses zu minimieren. Ermöglich anderen, die Natur genauso zu genießen, wie du es getan hast, indem du Objekte wie Steine, Pflanzen oder Artefakte so zurücklasst. Bau keine Gegenstände wie Tische, Stühle, Hängematten oder Anlehnungszelte und auch keine Gräben. Es ist gut zu wissen, dass es an vielen geschützten Orten eigentlich illegal ist, natürliche Gegenstände zu entfernen.

Prinzip 5: Minimiere die Auswirkungen des Lagerfeuers

Es ist immer gut zu wissen, wie man ein Lagerfeuer richtig macht, und bevor du dein Feuer machst, diese fünf Schlüsselfragen zu überdenken:

1.    Wie hoch ist das Brandrisiko zu dieser Jahreszeit und an dem von mir gewählten Ort?

2.    Gibt es Einschränkungen durch die Verwaltung des Gebiets?

3.   Is there sufficient firewood laying on the ground for me to build a fire e.g. fallen sticks or twigs?

4.   Do party members possess the skills to build a campfire that will Leave No Trace?

5.   Do the conditions of the terrain support the timely regrowth of wood sources? Or will I be contributing to the demand for firewood?

Versuch in Gegenden zu campen, in denen es viel Holz gibt. Wenn es sichtbar weniger Holz gibt, geh weiter um einen anderen Platz finden. Mach kein Feuer, wenn das Gebiet höher gelegen ist, in Wüstenklima oder in Gebieten mit starkem Verkehr und hoher Nutzung. 

Vorhandene Feuerstellen

Auf einem stark frequentierten Campingplatz ist ein vorhandener Feuerring der beste Ort, um ein Feuer zu machen. Das Feuer soll klein sein und das Holz vollständig abbrennen. Lösch das Feuer immer mit Wasser, nicht mit Schmutz, da Schmutz das Feuer möglicherweise nicht vollständig löscht und den Rauch, der vom Feuer ausgeht, verschmutzt. Um die natürliche Landschaft nicht zu schädigen, sollten Feuer nicht in der Nähe von Aufschlüssen gemacht werden. 

Prinzip 6: Wildtiere respektieren

Menschliche Aktivität stört das Verhalten der Tiere. Um zu sehen, wie sich Tiere natürlich verhalten, musst du einen ausreichenden Abstand in kleineren Gruppen einhalten. Ziel ist es, die Wildtiere nicht zu erschrecken und dass sie nicht aus ihrem natürlichen Lebensraum fliehen. Vermeide schnelle Bewegungen und laute Geräusche. Folge den Tieren nicht, fütter sie nicht, und heb sie nicht auf. Bei wechselnden Temperaturen können Störung und Stress die Fähigkeit der Tiere beeinträchtigen, die Umweltveränderungen zu überleben. Die Ausnahme ist das Bärengebiet, wo es gut ist, ein wenig Lärm zu machen, damit die Bären deine Anwesenheit bemerken. 

Deine Gesundheit ist auch sehr wichtig und du musst Tier Krankheiten, wie z. B. Tollwut, vermeiden. Wenn du also auf ein krankes oder verletztes Tier triffst, versuch nicht, ihm zu helfen, sondern benachrichtige einen Wildhüter. 
Jüngere Tiere können von ihren Eltern verlassen werden, wenn sie von einer Person berührt oder aus ihrem Lebensraum entfernt werden. Lass Tieren Zugang zu Wasserquellen. Wenn du in der Nähe einer Wasserquelle campen möchtest, mach dein Lager mindestens 60 m entfernt.

In der Wüste ist es ratsam, Wasserstellen in der Nacht zu vermeiden, da Wüstentiere in der Dunkelheit am aktivsten sind. Da das Wasser in diesem Klima begrenzt ist, müssen sich Wüstenreisende bemühen, deren Auswirkungen auf die Lebewesen, die in diesen Lebensräumen leben zu reduzieren. 

Das Waschen und die Entsorgung menschlicher Abfälle müssen sorgfältig erfolgen, um die Umwelt nicht zu verschmutzen und die Tiere im Wasser und an Land nicht zu beschädigen. Schwimmen ist in den meisten Fällen in Ordnung, aber in Wüsten und anderen trockenen Klimazonen ist es am besten, die spärlichen Wasserquellen ungestört zu lassen, damit die Tiere sie nutzen können.

Es ist ihr Zuhause, du bist nur Gast. Immer gut Abstand zu den Tieren halten und auf keinen Fall berühren. Alle Lebensmittel und Abfälle sollen auch sicher und fern von Tieren sein. 

Prinzip 7: Berücksichtige die anderen auf dem Wanderweg

Jeder sollte sein Abenteuer in der freien Natur genießen können. Deshalb lauten die letzten Grundsatz: Sei höflich und respektvoll gegenüber anderen Benutzern des Weges. Dinge wie extremer Lärm, unkontrollierte Haustiere, Abfälle und Schäden an der Umgebung zählen alle zur Störung anderer Nutzer. 

Allgemeine Regeln

Es ist besser, in kleineren Gruppen und zu verkehrsarmen Zeiten zu reisen und nach Möglichkeit Feiertage und beschäftige Wochenenden zu vermeiden. Wenn du Ruhepausen einlegst, solltest du diese abseits des Weges machen, damit du den Weg nicht blockierst. Außerdem ist es besser, auf grelle Kleidung und Ausrüstung zu verzichten und stattdessen natürliche, erdige Farbtöne zu wählen, um dich der Umgebung anzupassen.

Lärmbelästigung

Die externen Lautsprecher müssen zu Hause bleiben. Wenn du mit Kopfhörern wandern möchtest, achtest du auf eine geeignete Lautstärke, damit du deine Umgebung noch wahrnehmen kannst. 

Vorfahrt

Für eine reibungslose Wanderung ist es wichtig zu wissen, wann und wem du Vorfahrt gewähren musst. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Wanderer, die bergauf gehen den Wanderern Vorfahrt gewähren; wenn du bergauf gehst, werden andere Wanderer dir Vorfahrt gewähren. Befindet sich ein Pferd auf dem Weg? Als Wanderer musst du ausweichen. Pferde haben immer Vorfahrt, da sie sich leicht erschrecken lassen. Wenn Pferde vorbeikommen, gehst du vom Weg und machst Platz; falls du mit dem Reiter sprechen musst, tu dies leise und ruhig. Radfahrer müssen sowohl Wanderern als auch Pferden Vorfahrt gewähren. Bevor du jemanden überholst, solltest du deine Anwesenheit ankündigen und dann mit Vorsicht weiterfahren. 

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Haustiere

Finde heraus, ob es in deinem ausgewählten Gebiet Beschränkungen für Haustiere, insbesondere Hunde, gibt. Halte deine Haustiere unter Kontrolle, z. B. wenn sie keinen guten Rückruf haben, müssen sie an der Leine bleiben. 

Zum Schluss

Wenn du die 7 Grundsätze von Leave No Trace befolgst, kannst du Zeit, Mühe und Energie sparen. Außerdem ist es für die Sicherheit aller äußerst wichtig. Wenn du zum ersten Mal wandern gehst, empfehlen wir dir zusätzliche Guides wie Wandern für Anfänger. Viel Spaß bei deinem nächsten Abenteuer!

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